Slowakischer Rauhbart
von Schrot & Korn

Fellfarben            

In der Rasse Slowakischer Rauhbart finden sich an Farbvarianten nur zwei Typen:

  • einfarbig graue Hunde mit oder ohne weiße Abzeichen (an Brust, Bauch und Pfoten)
  • weiße Hunde mit grauen Platten, Tüpfelung und/oder Stichelung


Die graue Farbe der Slowakischen Rauhbärte entsteht durch die Verdünnung (Dilution) von Braun, welches man wiederum als Aufhellung von Schwarz beschreiben kann.


Braun (B-Lokus)

Der Genort der Farbe Braun wird als B-Lokus bezeichnet. Dort befinden sich zwei Allelen (Varianten) des für die Farbe Braun verantwortlichen Gens, die entweder gleich und somit reinerbig (homozygot) oder unterschiedlich und somit mischerbig (heterozygot) sein können.

Das dominante Gen wird mit einem Großbuchstaben (im Falle der Farbe braun mit B) gekennzeichnet, das rezessive mit einem Kleinbuchstaben (b).

Daraus ergeben sich für den B-Lokus folgende Kombinationsmöglichkeiten, die das Erscheinungsbild (Phänotyp) beschreiben und sein "verstecktes" Erbgut (Genotyp) definieren:

  • B/B = der Hund ist schwarz und kann selsbt nur schwarze Nachzuchten hervorbringen
  • B/b = der Hund ist schwarz und kann sowohl schwarze, wie auch braune Nachzuchten hervorbringen
  • b/b = der Hunde ist braun und kann selbst nur braune Hunde hervorbringen.

Die Grundlage unserer Rauhbärte sind wie weiter oben erwähnt braune Hunde (b/b).
Daher gehe ich im Folgenden von braunen Hunden aus.


Grau / Dilution (D-Lokus)

Damit es zur grauen Fellfarbe kommt, muss an einem anderen Genort eine bestimmte Kombination Allelen vorliegen.
Die Kombinationsmöglichkeiten am D-Lokus (Dilution):

  • D/D = der Hund ist braun und kann selbst nur braune Nachtzuchten hervorbingen
  • D/d = der Hund ist braun und kann sowohl braune, als auch graue Nachzuchten hervorbringen
  • d/d = der Hund ist grau und kann selbst nur graue Nachzuchten hervorbringen.

Letztere Kombination ist also die einzig mögliche für unsere Slowakischen Rauhbärte.
Da die Hunde selbst grau sind, können sie untereinander verpaart auch immer nur graue Nachzuchten hervorbringen. Im Weiteren gehe ich nun immer von Hunden aus, die b/b und d/d, sprich grau sind.


Weißscheckung (S-Lokus)

Die zweite Farbvariante in der Rasse entsteht durch die Weißscheckung. Genauer gesagt durch die Piebald-Scheckung, dessen Genvarianten am S-Lokus zu finden sind.
Dieses Gen ist dafür verantwortlich, dass der einfarbig graue Hund an bestimmten Stellen von Körper und Kopf sowohl an der Haut, als auch im Fell während Embryonalentwicklung keine Pigmente bildet und somit weiß bleibt.
Bei der Piebald-Scheckung sind oft erst Bereiche des Kopfes und der Rutenansatz pigmentiert. Darüber hinaus können auch weitere Stellen pigmentiert sein. An wie vielen Stellen und in welcher Größe sich Pigmente ausbilden, lässt sich nicht vorhersagen.

Für die Weißscheckung gilt, dass Nichtscheckung dominant über Scheckung ist. Für die Darstellung der Kombinationen wird im Folgenden N = Nichtscheckung und S = Scheckung verwendet.

  • N/N = "Nichtschecke" = der Hund ist einfarbig grau und kann nur einfarbig graue Nachzuchten hervorbringen
  • N/S = "Scheckungsträger" = der Hund ist einfarbig grau und kann sowohl graue, als auch weiße Nachzuchten hervorbringen
  • S/S = "Weißschecke" = der Hund ist weiß mit mehr oder weniger großen Farbflecken und kann selbst nur weiße Nachzuchten hervorbringen


Dass graue Hunde N/S und somit Träger von Weißscheckung sind, sieht man ihnen oft an weißen Abzeichen an, die sie an Brust, Bauch und/od er Pfoten ausbilden.


Dass ein Hund kein weißes Abzeichen hat, ist aber kein absolut sicheres Indiz dafür, dass der Hund ein Nichtschecke ist. Mein A-Wurf ist eine Verpaarung zwischen Weißschecke und Nichtschecke. Somit waren alle Welpen Scheckungsträger, sprich grau und hatten bei der Geburt weiße Abzeichen. Zwei Welpen hatten sehr kleine Abzeichen an der Brust, die bereits am 10. Lebenstag nicht mehr zu sehen waren. Da die Verpaarung hier genetisch nichts anderes zulässt, als dass aus Weißschecke + Nichtschecke = 100% Scheckungsträger fallen, ist bei keinem der Welpen ein Gentest nötig, um Klarheit zu schaffen. Das Beispiel der zwei Welpen ohne Brustfleck ab dem 10. Lebenstag zeigt aber, dass das Fehlen eben kein eindeutiges Indiz für Nichtscheckung ist.

Wer über seinen grauen Hund (ohne weiße Abzeichen) erfahren möchte, ob er Scheckungsträger ist, kann dies anhand einer Blutprobe bei einem Labor wie z.B. Laboklin testen lassen.


Ticking

Mit dem Begriff Ticking sind verschiedene Muster (Tüpfelung, Sprenkelung, Schimmelung, Stichelung etc.) gemeint, die erst auf weißem Fell sichtbar werden, da die Farbe des Tickings immer der Grundfarbe des Hundes entspricht. Im Falle des Slowakischen Rauhbarts also grau.
Das Ticking ist noch nicht bei der Geburt, sondern erst im Laufe der ersten Lebenswochen sichtbar.
Ob ein Hund Ticking ausbilden wird, lässt sich mit etwas Erfahrung bereits kurz nach der Geburt an der Färbung der Ballen erkennen. Sind diese rosa, kann man davon ausgehen, dass ein Hund kein Ticking geerbt hat.

Sind die Ballen "rußig" (pigmentiert), kann man davon ausgehen, dass der Hund im Laufe der kommenden Wochen Ticking zeigen wird.


Während man bereits zuverlässige Gentests für verschiedene Fellfarben entwickelt hat, sind die molekulargenetischen Grundlagen für Ticking noch nicht ausreichend bekannt. Die Erfahrung in der Zucht von Rassen mit Ticking legen nahe, dass Ticking dominant über Nichtticking ist.


Eine Übersicht der möglichen Kombinationen und deren Ausprägung von Furnishing, Sweißscheckung und Ticking:

Fellstruktur